Heute war der 17. März, also St. Patricks Day und in der Nähe der 5th Avenue gab es fast kein Durchkommen. Alle paar Meter stand man vor einer Absperrung mit einer nicht zu übersehenden Anzahl von Polizisten. Eigentlich wollte ich mir nur die Vorbereitungen der Teilnehmer für die St. Patricks Day Parade anschauen. Die Parade selbst hatte mich nicht interessiert, was aber auch daran lag, dass ich um 13 Uhr meinen Zug kriegen musste. Der Grund meiner Reise war nur noch ein paar Stunden entfernt! Der Übereckeingang einer City Bank brachte dann die Lösung für das Absperrungsproblem. Auf der einen Seite rein und auf der anderen Seite wieder raus - schon war ich innerhalb des gesperrten Bereiches!

Irgendwann reichte mir der ganze Trubel und ich machte mich auf zum Madison Square Garden. In dessen Keller verbirgt sich die Penn Station. Um 01:03 PM wollte ich mich in knapp 3,5 Stunden nach Boston fahren lassen. Der Acela Express war auf die Minute pünktlich, das haben wir bei Amtrak auch schon ganz anders erlebt!

Äußerst gemütlich und mit schnellem WLAN ausgestattet, landete ich auf die Minute pünktlich in der Back Bay Station in…

Da es gerade mal wieder regnete, nahm ich mir gemütlicherweise ein Taxi, das mich in ein paar Minuten ins „The Verb“ brachte. Das Hotel liegt genau neben dem…

Vom Verb aus waren es nur ein paar Meter bis zu House of Blues und dort spielten heute Abend die Dropkick Murphys. Einmal die Murphys in ihrer Heimatstadt Boston und dann auch noch am St. Patrick´s Day zu sehen, war ehrlich gesagt der einzige Grund für diese Reise. Noch ein paar Stunden relaxen im Hotel und die Ohren auf einen harten Abend vorbereiten…

…sanfte Klänge waren heute nicht zu erwarten. 

Ich habe es oben schon erwähnt - mein Weg war nicht weit bis zum House of Blues. Es befindet sich nur ein paar Minuten vom Hotel entfernt. Nur der Fenway Park steht im Weg. Deshalb lies ich auch den Geldbeutel und damit auch meine Ausweispapiere im Hotel zurück. Ein Bündel Dollarnoten sollten reichen. Am Eingang des HoB machte ich dann aber wieder einmal Bekanntschaft mit der amerikanischen Gründlichkeit. Ich hätte nämlich schon gerne das „Ich bin schon 21 und darf deshalb Alkohol trinken“- Armbändchen gehabt. Ohne Ausweis gar nicht so einfach. Nach ein paar warmen Worten meinerseits und einer eingehenden Gesichtskontrolle seinerseits, bekam ich das Bändchen und kam so in den Genuss der Murphys und ein paar Dosen Guinness…

Sollte es einen aufmerksamen Leser dieses Berichtes geben, so wird im jetzt aufgefallen sein, dass die Murphys ihr Jubiläumslogo von mir geklaut hatten - oder war es andersrum? Es ist aber doch auch ein verdammter Zufall, das wir „beide“ unser 20 - jähriges Jubiläum zu feiern hatten!

 

Selbstredend war das Konzert Weltklasse und ein paar Stunden nach dem Konzert war auch das Pfeifen in meinen Ohren verschwunden…

 

Verschwunden war auch das Hotel, was aber eher daran lag, dass ich beim Ausgang des HoB einfach falsch abgebogen war. Viele Möglichkeiten gab es eigentlich nicht, die 500 Meter bis zum Hotel zu verlängern, geschafft hatte ich es trotzdem!

Kalt war es in Boston, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussah. Also alle Klamotten an, die der Koffer hergibt. Auf dem Weg zum nächsten Starbucks musste man aufpassen, nicht auf den gefrorenen Pfützen auszurutschen.

Der Freedom Trail stand heute auf meinem Plan - also zumindest solange, bis mir die Füße abfrieren. Die Route beginnt am Boston Common und endet nach 4 Kilometern am Bunker Hill Monument. 17 historische Location könnte man sich unterwegs anschauen, immer begleitet von einer roten Linie auf dem Boden.

Der Geselle rechts im Bild ist Samuel Adams. Auch wenn er mal eine Brauerei geführt hat, hat er nichts mit der Boston Beer Company, die Samuel Adams braut, zu tun. Nach Bier war einem heute eh nicht zumute. Langsam froren einem die Zehen ab. Zeit für einen Gratiskaffee bei…

Am Copp´s Hill reichte es mir dann wirklich. 2012 sind wir den Freedom Trail komplett abgegangen, heute musste das nicht sein! Ich machte mich wieder auf in Richtung Back Bay und Hotel, unterbrochen von einem kurzen Besuch des Mc Greevys - Homebase der Murphys!

 

Zwei Guinness später kam ich genau rechtzeitig zu einer Führung durch den Fenway Park. Leider konnte man nicht auf das Feld, da der Rasen gerade neu verlegt wurde. Ein paar Tage vorher stand hier nämlich eine Skisprungschanze (!), der alte Rasen fand das gar nicht lustig und machte sich vom Acker.

Der einsame rote Sitz hat natürlich wie alles in den USA eine historische Bedeutung. Wenn man einmal darauf sitzen will, bestellt man einfach telefonisch den Sitz in Abschnitt 42, Reihe 37, Platz 21. Das soll laut unserem Guide problemlos funktionieren und es kostet auch nicht mehr als der Sitz daneben! Achso - beim „Lone Red Seat“ landete der längste je im Fenway Park geschlagene Home Run. Ist aber schon ein paar Tage her - 1946.

 

Die „Lone Yellow Couch“ im The Verb war selten einsam, aber für einen Zwischenstopp vor der Abendunterhaltung gut geeignet.

Später ging es wieder die 500 Meter ins House of Blues. Es muss sich ja lohnen, wenn man schon mal in der Nähe ist. Heute spielten die Dropkick Murphys - mal schauen bzw. hören wie die sich anhören…

Das heutige Konzert war bis auf die Pflichtsongs komplett anders als gestern. Bei den Murphys ist das eigentlich immer so, auch in Deutschland gleicht kein Konzert dem nächsten. Genau deshalb kann man sie sich auch zweimal hintereinander anschauen…