Meile 135 bis 402

Es ist noch nicht einmal 3 Uhr in Yucca Valley, der Jetlag hat mich wieder erwischt. Vielleicht sollte ich das nächste Mal eine Melatonintablette einwerfen, das soll helfen. Da wir aber noch keinen Plan und keine Unterkunft für heute haben, ist das die Chance den Tag zu planen. Am Anfang soll der Joshua Tree NP stehen. Als Endpunkt bietet sich Las Vegas an, denn die nächsten Tage soll es in Utah nicht warm, aber sonnig werden. Auf meiner Bucket List finde ich noch die Kelso Sanddunes und Roy´s Motel und Cafe. Beide Location passen zur Strecke zum heutigen Ziel. Ein Hotel in Vegas von Sonntag auf Montag ist kein Problem und dazu noch preiswert, nur nicht heute!  Das Excalibur kostet zum Beispiel 170 Dollar. Den Tag danach gibt es dann für 20 Bucks. Noch ein Beispiel gefällig? Das Caesars gibt es für schlanke 1.800 Bucks. Ich lese etwas vom Las Vegas Marathon, aber ob davon diese Preise kommen? Über Hotwires Hot Rate bekommen wir das Treasure Island für annehmbare 70 Dollar. 

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Um kurz nach 6 stehen wir im Wal Mart und erledigen die notwendigen Ersteinkäufe. Es ist schon komisch, wenn man statt einer Kühlbox eine Gaskartusche kauft. Zum Frühstück schweben wir im weihnachtlich geschmückten Starbucks ein.

Im Schatten ist es schweinekalt, aber die Sonne scheint und die Malibu Rauchschwaden, die uns gestern begleitet haben, sind verschwunden. Das Kassenhäuschen im Joshua Tree NP ist noch unbesetzt, wir haben aber eh noch eine gültige Jahreskarte. Zuerst wollen wir zum Hidden Canyon, den dazugehörenden Trail laufen. Diese kurze Wanderung erscheint uns genau richtig für unsere müden Knochen. Es bläst ein eisiger Wind, aber die Sonne scheint! Die Kapuze wird in diesem Urlaub mein bester Freund…

Kenner werden es bemerken, wir sind schon wieder auf dem Weg. Der Skull Rock liegt in der Nähe unserer letzten Location in diesem National Park. Ich habe keine Ahnung ob die nächste Formation einen Namen hat. Ich würde sie Campsite 18 taufen. Mit ein paar Verrenkungen hat man die Perspektive, die man haben will. Heute gibt es sogar Gegenlicht dazu. 

Wir fahren weiter und es ist unschwer zu erkennen - jemand hat einen schönen Donut auf der Route 66 hingelegt!

Wir drehen uns einmal um 180 Grad und schon stehen wir vor Roys Motel bzw. das, was davon momentan übrig ist. Ehrlich gesagt, habe ich Amboy gar nicht in Kalifornien vermutet. Ich hätte meinen Ars.. verwettet, das Roys in Nevada zu Grunde geht. So oder so, die anscheinend zahlreichen Wiederbelebungsversuche sind nicht sehr erfolgreich!

Die Mojave National Preserve ist das nächste Gebiet, das wir erst seit kurzer Zeit - im wahrsten Sinne des Wortes - auf dem Schirm haben. Schuld daran ist das neueste Betriebssystem unseres Mac, der als Bildschirmhintergrund eine Kelso Düne zeigt. Wir haben es nicht so mit Dünen, aber seit dem Besuch der Algodones Dünen im Februar, wissen wir, dass man sich die Teile durchaus anschauen kann. Dummerweise muß man hier aber ordentlich laufen, um auf die richtig hohen Dünen zu kommen. Das machen wir heute nicht! Schöne Zeichnungen sehen wir trotzdem…

Wir erreichen Baker und was gibt es in Baker zu sehen? Richtig, das größte und mit Sicherheit auch hässlichste Thermometer der Welt! Halt machen wir hier nur zum tanken, also eigentlich! Ich entdecke einen Taco Bell und da meldet sich urplötzlich mein Magen, Sachen gibts…

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Auf der I15 in Richtung Vegas wird es Zeit, über Kunst nachzudenken. Man nehme ein paar Felsbrocken, male sie verschiedenfarbig an und stapele sie aufeinander. Heraus kommt ein Kunstwerk des Schweizers Udo Rondinone namens Seven Magic Mountains. Dieses Kunstwerk ist in der kargen Gegend erstaunlich fotogen und auch äußerst gut besucht. Zumindest bis Ende 2018 kann man es sich noch anschauen…

Das Kunstwerk liegt schon am South Las Vegas Boulevard. Für uns bietet es sich also an, erst gar nicht mehr auf die Interstate zu fahren. Den Strip selbst wollen wir meiden und fahren kurz vor Downtown LV wieder auf die 15. Es ist nicht schwierig zum Treasure Island zu kommen, ok, die Ausfahrt Spring Mountain Road ist wegen Bauarbeiten gesperrt - auch kein Problem. Irgendwie seltsam ist es heute aber schon, ziemlich chaotisch geht es an den Ausfahrten zu. Man kommt heute irgendwie nicht von der Interstate und wenn doch steht man. Früher oder später verfranzen wir uns, das Navi hilft nicht mehr. Jetzt kommen die über die Jahre gesammelten Schleichwege zum Zuge und damit schaffen wir es tatsächlich in die Parkgarage des TI. Von der ursprünglichen Ausfahrt bis zum TI benötigen wir an diesem Abend knapp 90 Minuten! Gut, es sind ja sicher auch mindestens 500 Meter. Der Grund des Elends ist der Las Vegas Marathon und die damit verbundene Komplettsperrung des Strip.

Das Treasure Island überrascht uns positiv. Die Wege vom kostenlosen Parkhaus sind kurz und das Casino ist noch old style (da bimmelt es noch ordentlich). Unser Zimmer ist nicht abgewohnt und das wir eines mit Blick auf den Strip bekommen, ärgert uns auch nicht wirklich!

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